Trinkwasserversorgung der Stadt Baco in Äthiopien

Äthiopische Kulturlandschaft

Versorgungskonzept mit MENA-Water SafeDrink Kompaktanlagen

Die Stadt Baco (auch Bako genannt) liegt am Rande des Äthiopischen Hochlandes im Nordwesten des Bundeslandes Oromia in einer landwirtschaftlich geprägten Region. Oromia selbst erstreckt sich um die Hauptstadt Addis Abeba herum vom Hochland bis zum Rift Valley und den Tieflandgebieten und ist das größte Ätiopische Bundesland. Da das umschlossene Addis Abbeba als eigenes Bundesland gilt, gab es immer wieder regionale Konflikte in denen die ländlichen Regionen sich vernachlässigt fühlten. Ein großer Streitpunkt ist stets die Wasserversorgung. Diese Region wird von vielen ganzjährig wasserführenden Flüssen durchzogen. Die heftigen Niederschläge der Regenzeit lassen die Wasserstände jedoch sehr stark schwanken und die Wassertrübung ist extrem aufgrund der gewaltigen Erosion. Trinkwasser aus Flüssen muss also weit transportiert werden und eine Reinigung ist notwendig. Daher wurde bei der Wasserver­sorgung bis vor kurzem vorwiegend auf lokale Brunnen zurückgegriffen. Deren Wasser ist jedoch sehr salz­haltig und z.B. mit Eisen und Mangan belastet. Das Flusswasser der Region weist eine für Trinkwasser geeig­netere Zusammensetzung auf und daher planten die Verantwortlichen diese Resourcen stärker zu nutzen.

sehr trübes Rohwasser

Verzögerung des ursprünglichen Konzeptes

Für die sehr stark wachsende Stadt Baco sah ein regionales Planungskonzept die Errichtung einer großen stationären Trinkwasseranlage auf einem nahen Bergrücken vor und diese sollte wiederum mit Fluss­wasser aus dem Bergland gespeist werden. Ein Standort am Fluss war nicht möglich aufgrund der regel­mäßigen Überschwemmungen und des topographisch engen Tales mit steilen Hängen. Für die Rohwasser­zuführung hätten in sehr ungünstiger Hanglage 7 km Entfernung mit Kanälen überbrückt werden müssen. Nach bereits jahrelanger Planung sollte dann die Errichtung der Trinkwasseranlage wiederum mehrere Jahre dauern. Diese Verzögerungen führten bereits zu Verstimmungen in der Stadtbevölkerung und um Unruhen zu vermeiden musste eine schnellere Lösung der Trinkwasserversorgung gefunden werden.

Kompaktanlage zur Problemlösung

Hier kam die Errichtung einer vorgefertigten Containeranlage ins Spiel. Die MENA-Water Kompaktanlagen der Baureihe SafeDrink können in einem ISO-Container bereits 1500m³/Tag Flusswasser aufbereiten und damit bis zu 30000 Einwohner versorgen. Diese Anlagen erfordern nur eine sehr geringe Betriebsfläche, daher kann auch ein Standort in Hanglage in Erwägung gezogen werden. Da die verfahrenswichtigen Anlagenteiile innerhalb der vorgefertigten Kompaktanlage angeordnet sind und vor Ort nur wenige Bauarbeiten notwendig werden wird die Realisierungszeit selbst großer Anlagen sehr kurz. Der einfache LKW-Transport der Standard-ISO-Container verringert den Zeitrahmen zusätzlich. 

SafeDrink Kompaktanlage mit Speicherteich

MENA-Water SafeDrink

Nach dem Kontakt zu MENA-Water wurde die örtliche Situation in Baco neu untersucht und es konnte ein stadtnaher Standort für eine Kompaktanlage gefunden werden. An diesem Ort existierte bereits ein alter landwirtschaftlicher Bewässerungskanal der per Gravitation Flusswasser zur Anlage leiten konnte und dieser wurde kurzfristig saniert. Zur Pufferung der Rohwasserversorgung dient eine Speicherlagune am Anlagenstandort. Von dieser aus wird zu dem Container Behandlungsanlage gepumpt. Das gereinigte Trink­wasser wird dann von Hochleistungspumpen zu einem Hochbehälter am Berg oberhalb der Anlage gefördert und von dort aus die Stadt per Gravitationsnetz versorgt. Die Kapazität der Anlage beträgt derzeit 2400 m³/d und dient zur Versorgung der 40000 Einwohner. Eine Erweiterung der Anlage zu dreifachem Durchsatz ist bereits vorbereitet.   

Kurzfristige Verwirklichung der Versorgung von 40.000 Einwohnern

Dieses Konzept konnte dann von ersten Untersuchungen bis zur Inbetriebnahme innerhalb weniger als 9 Monaten verwirklicht werden. Die Inbetriebnahme fand großes Echo in der Ethiopischen Presse. Weitere Kompaktanlagen in anderen Regionen sind geplant.

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